Anmeldung der Existenzgründung – Wo muss man das Unternehmen anmelden?

Die Anmeldung des Unternehmens bei unterschiedlichen Behörden stellt den Gründer und Jungunternehmer regelmäßig vor erste bürokratische Herausforderungen. Wir haben die wichtigsten Tipps zur Anmeldung zusammen gefasst.

Anmeldung 1: Anmeldung beim Gewerbeamt

Gem. § 14 Gewerbeordnung muss man als Gründer oder Unternehmer, der einen selbständigen Betrieb eines stehenden Gewerbes (für fahrende Gewerbe gelten Sonderregelungen) gründet oder eine Zweigniederlassung oder eine Zweigstelle aufmacht, dies beim für den betreffenden Ort zuständigen Gewerbeamt anzeigen.

Man muss ebenfalls beim Gewerbeamt anzeigen, wenn:

  1. der Betrieb an einen anderen Ort verlegt wird,
  2. der Geschäftsgegenstand des Gewerbes geändert oder auf Waren oder Leistungen ausgedehnt wird, die bei Gewerbebetrieben der angemeldeten Art nicht geschäftsüblich sind, oder
  3. der Geschäftsbetrieb aufgegeben wird.

Für die entsprechende Anzeige (Gewerbeanmeldung, -ummeldung, -abmeldung) gibt es jeweils amtlich vorgeschriebene Vordrucke, die zu verwenden sind.

Achtung: Freiberufler wie z.B. Rechtsanwälte, Künstler oder Ärzte (sogenannte Katalogberufe) melden kein Gewerbe an, sondern melden sich direkt beim Finanzamt, siehe Anmeldung 5.

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Anmeldung 2: Anmeldung bei der IHK

Die Anmeldung bei der IHK erfolgt in der Regel durch die Anmeldung beim Gewerbeamt. Dadurch wir die am Ort ansässige IHK informiert und schickt dem Existenzgründer dann ein Schreiben mit allen Informationen zur IHK-Mitgliedschaft.

Die Mitgliedschaft bei der IHK ist eine Pflichtmitgliedschaft. Davon ausgenommen sind nur Freiberufler, Handwerker und landwirtschaftliche Betriebe.

Die Kosten der Mitgliedschaft werden von den einzelnen IHKs selbst festgelegt und variieren somit von IHK-Bezirk zu IHK-Bezirk.

Anmeldung 3: Anmeldung von genehmigungspflichtigen Gewerben

In Deutschland herrscht grundsätzlich Gewerbefreiheit. Man benötigt also für die meisten Gewerbe keine besondere Erlaubnis oder Anmeldung. In manchen Branchen werden aber erhöhte Anforderungen an den Gewerbetreibenden gestellt und man unterliegt somit einer Erlaubnispflicht. Ziel dieser Erlaubnispflicht ist der Schutz des Verbrauchers / Kunden.

Wir zählen die wichtigsten erlaubnispflichtigen Gewerbe auf. Für spezielle Rückfragen nutzen Sie unser Kontaktformular.

  • Apotheke,
  • Arbeitnehmerüberlassung,
  • Bank- und Finanzdienstleistungen,
  • Bauträger und Baubetreuer,
  • Bewachungsgewerbe,
  • spezielle Einzelhandelsgeschäfte (Lebensmittel, Waffen, Munition etc.),
  • Finanzanlagenvermittler,
  • Gaststätten und Hotelgewerbe,
  • Gr0ßhandel,
  • Güterbeförderung,
  • Handwerk,
  • Inkassounternehmen,
  • Krankenanstalten,
  • Maklergewerbe,
  • Personenbeförderung,
  • Reisegewerbe,
  • Sachverständigentätigkeit,
  • Schausteller,
  • Spielgeräte,
  • Versteigerer / Auktionatoren,
  • Versicherungsberater,
  • Versicherungsvermittler.

Im Zweifel können wir Ihnen helfen, herauszufinden, ob Ihre Geschäftsidee erlaubnisplichtig ist.

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Anmeldung 4: Anmeldung im Handelsregister / Anmeldung im Partnerschaftsregister

Kapitalgesellschaften oder Partnerschaftsgesellschaften (bei Freiberuflern) bedingen die Anmeldung im Handelsregister. Die Anmeldung im Handelsregister erfolgt in der Regel nach der notariellen Beurkundung des Gesellschaftervertrages durch den Notar.

Anmeldung 5: Anmeldung beim Finanzamt / Beantragung einer Steuernummer

Sie müssen dem Finanzamt die Aufnahme Ihres Geschäfts schriftlich mitteilen, egal ob Sie schon Gewinne machen oder nicht. Bei Gewerbetreibenden erfolgt die Mitteilung an das Finanzamt in der Regel über die Gewerbeanmeldung. Das Finanzamt schickt Ihnen dann Post mit dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung und erteilt Ihnen für Ihr Geschäftstätigkeit eine Steuernummer.

Freiberufler müssen Ihre Steuernummer direkt beim Finanzamt beantragen, da Sie kein Gewerbe anmelden müssen. Hier reicht ein formloses Schreiben an das Wohnsitzfinanzamt bzw. das Finanzamt wo sich die Tätigkeitsstätte befindet, mit Bitte um Erteilung einer Steuernummer. Auch hier ist der Fragebogen auszufüllen und an das Finanzamt zurück zu schicken.

Anmeldung 6: Anmeldung bei der Sozialversicherung / Beantragung einer Betriebsnummer

Wenn Sie sozialversicherungspflichtige Mitarbeiter beschäftigen, müssen Sie sich bei den Trägern der Sozialversicherungen melden. Dazu gehören die Agentur für Arbeit, die Krankenkassen und die Rentenversicherung.

Diese Behörden erteilen Ihnen eine Betriebsnummer für die Versicherungsnachweise der Mitarbeiter. Zudem erhalten Sie ein “Schlüsselverzeichnis”, dem Sie die unterschiedlichen Formen versicherungspflichtiger Tätigkeiten entnehmen können.

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Anmeldung 7: Anmeldung bei der Berufsgenossenschaft

Die Berufsgenossenschaft ist Träger der gesetzlichen Unfallversicherung. Dort müssen Sie alle Ihre Mitarbeiter melden – spätestens eine Woche nach dem Start Ihres Unternehmens.

Auch von der Berufsgenossenschaft erhalten Sie einen Fragebogen, den Sie gemeinsam mit einer Kopie Ihrer Gewerbeanmeldung zurücksenden.

Anmeldung 8: Anmeldung bei der Handwerkskammer für Handwerker

Handwerksbetriebe müssen sich schriftlich bei der Handwerkskammer anmelden. Dabei gibt es für 41 Handwerke einen Meisterzwang – sie unterliegen einer Zulassungspflicht.

Für die übrigen 53 Handwerke reicht ein Gesellenbrief für die Selbständigkeit.

Anmeldung 9: Anmeldung bei der Künstlersozialkasse (KSK) für selbständige Künstler und Kreative

Selbständige Künstler oder Publizisten unterliegen der Sozialversicherungspflicht bei der Künstlersozialkasse (KSK).

Die KSK ist eine gesetzliche Sozialversicherung, die ihren Versicherten Zugang zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung gewährt. Künstler und Publizisten zahlen wie Angestellte nur halbe Sozialversicherungsbeiträge.

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