Existenzgründungsberater – Was ein Gründerberater für Dich leisten sollte?

Existenzgründungsberater sind ein auf die Beratung Existenzgründer spezialisierte Unternehmensberater. Er sollte sich also mit den Themenfeldern Existenzgründung, Beratung Selbstständigkeit, Beratung und Bewertung von Geschäftsideen, der Entwicklung oder Optimierung von Geschäftsmodellen, der Erstellung, Optimierung und Bewertung von Businessplänen und Pitch Decks sowie der Finanzierung von Existenzgründungen, sehr gut auskennen.

Existenzgründungsberater, beauftragt als Unternehmensberater des Gründers, sind sowohl vor, als auch nach der eigentlichen Existenzgründung (z.B. der Gewerbeanmeldung) für ihren Kunden tätig.

Die Beratung kann je nach Geschäftsidee, Branche, dem Vorwissen und den eigenen Möglichkeiten des Gründers entweder punktuell innerhalb weniger Stunden oder Tage oder umfassend, während der kompletten Gründungsphase erfolgen.

Wir unterscheiden in Vorgründungsphase, Gründungsphase und Nachgründungsphase. Welche Aufgaben und Themen in den jeweiligen Phasen anstehen, zeigen wir Ihnen nachfolgend oder auf weiteren Seiten dieser Homepage.

Existenzgründungsberater – Ist der Gründerberater Experte in meiner Branche?

Manche Existenzgründungsberater haben sich auf die Beratung zur Existenzgründung auf eine Branche spezialisiert. So gibt es zum Beispiel spezialisierte Berater in der Gastronomie. Oft geht dieser Spezialisierung eine Berufserfahrung des Beraters, z.B. als Koch oder Restaurantleiter voraus, die dann zur Branchenspezialisierung als Existenzgründungsberater führt.

Das kann Vorteile haben, weil der Gründerberater konkrete Branchenrisiken kennt und von Anfang an, aus dem Weg räumen kann. Andererseits wird die Beratung zur Existenzgründung auch immer nur aus dem Blickwinkel und der Konvention der Branche geführt werden. Innovative Geschäftsmodelle, die über den “Tellerrand der Branche” hinaus gehen, wird ein solcher Existenzgründungsberater wahrscheinlich nicht entwickeln können.

Existenzgründerberater – Warum wir keine Branchenexperten sind?

Wir sind nicht auf eine Branche spezialisierte Existenzgründungsberater. In unserer Beratungsphilosophie bringt der Existenzgründer die erforderlichen Fachkenntnisse zur Realiserung seiner Geschäftsidee mit und wir verfeinern diese durch eine kundenzentrierte Analyse und die konkrete Erstellung eines Geschäftsmodells. Ziel der Beratung zur Selbstständigkeit soll ein Konzept sein, dass dem Gründer vom Zeitpunkt der Existenzgründung Vorteile in der Wahrnehmung bei seiner Zielgruppe verschafft und damit die Chancen erhöht nachhaltig erfolgreich am Markt zu bestehen.

Existenzgründungsberater – Aufgaben

  • Strukturierung der Aufgaben im Gründungsprozess

  • Priorisierung der Aufgaben im Gründungsprozess

  • Förderung unternehmerischen Denkens

  • Anleitung zur Entwicklung einer individuellen Unternehmensstrategie

  • Untersuchung des Geschäftskonzepts auf Lücken und Denkfehler

  • Wissenslieferant bezüglich Methoden, Prozessen und Technologien

  • Sparringspartner

  • Motivator und Unterstützer

  • Bereitsteller geeigneter Businessplan-Vorlagen und Finanzplanungstools

  • Begleiter zu Bank- und Finanzierungsgesprächen

Existenzgründungsberater – Fähigkeiten des Gründerberaters

Gründungsberater ist keine geschützte Berufsbezeichnung oder ein Beruf. Es ist daher schwer, die am Markt auftretenden Gründungsberater auf Ihre fachliche und methodische Kompetenz vor Auftragserteilung zu prüfen.

Ein Anhaltspunkt kann die Listung bei der KfW-Beraterbörse oder bei der BAFA sein, um entsprechende Förderprogramme zur Bezuschussung der Beratung nutzen zu können.

Weiteres Indiz ist der offene Umgang mit Referenzen und einer entsprechenden Bewertung der Leistungen des Beraters.

Zuletzt empfehle ich Dir auch immer ein Erstgespräch mit den in der engeren Auswahl stehenden Beratern, um die eigene Intuition entscheiden zu lassen, wer am Telefon, per Webkonferenz oder persönlich kompetent und vertrauenswürdig ist.

Fachliche Kompetenz

Wie bereits gesagt, muss der Existenzgründungsberater nicht ein Insider Deiner Branche sein. Er muss sich aber in diese Branche einfühlen und eindenken können und die Wertschöpfungsprozesse von der Zulieferung von Rohstoffen bis zum Reklamationsmanagement erfassen und erfragen können.

Durch gezielte Fragetechniken, Markt- und Wettbewerbsanalyse erarbeitet sich der Berater eine komplettes Bild von der Branche und steuert sein fachliches Know-how zu Geschäftsidee, Geschäftsmodell, Businessplan und Finanzplan bei.

Methodische Kompetenz

Ein Existenzgründungsberater muss einen Überblick über gängige Methoden haben, die dazu dienen, qualitativ hochwertige Beratungsergebnisse zu generieren. Hierzu zählen zum Beispiel Brainstorming, Mindmapping, Business Model Canvas, Lean-Startup-Methode, Methoden zur Markt- und Wettbewerbsrecherche, Methoden zur Standortanalyse, Financial Planning usw.

Unser methodisches Know-how führt schnell zu belastbaren Ergebnissen und erzeugt die Ergebnisse, die zielgerecht benötigt werden.

Soziale Kompetenz

Existenzgründungsberatung ist eine Partnerschaft zwischen Berater und Gründer. Es ist daher essentiell, dass sich der Berater in die Situation des Gründers einfühlen kann und seine Ängste und Sorgen versteht.

Ergebnisorientierung

Wir wollen Dich nicht zu unserem Dauerkunden machen, sondern Dich soweit und so lange unterstützen, wie wir Dir einen wirklichen Mehrwert liefern können. Danach sollen unsere Kunden auch selbst ins unternehmerische Handeln kommen.

Dabei stehen wir natürlich weiter auf Wunsch zur Verfügung, wenn es wieder Bedarf gibt.

Kreativität

Der Gründungsprozess ist mit der Verfeinerung der Geschäftsidee und der Entwicklung eines Geschäftsmodells kreativer, als Viele glauben. Wir erschaffen mit Dir ein Unternehmenskunstwerk.

Motivation

Unsere Gesellschaft ist von Arbeitnehmern geprägt. Daher erfährt man oft aus dem näheren Umfeld erstmal Zweifel und Demotivation zur Gründung seines eigenen Unternehmens. Gründungsberatung hilft Dir motivierend, diese Zweifel auf Wahrheit zu überprüfen und Deinen Weg zu gehen.

Wo kann ich einen Gründungsberater für meine Existenzgründung finden?

Die Tatsache, dass Du diesen Artikel liest, zeigt, dass Du Dich bereits einer Methode einen geeigneten Gründungsberater zu finden, bedienst. Das Internet bietet Möglichkeiten auch überregional den geeigneten Berater für Deine Existenzgründung zu finden.

Es ist dabei völlig normal, dass Du als Existenzgründer noch kein vollständiges Wissen über den Prozess der Existenzgründung hast. Allerdings nutzen das einige Berater auch zu ihren Gunsten aus.

Die Beraterbörse der KfW bietet weitere Orientierung. Hier kannst Du aus ca. 4.500 Beratern bundesweit auswählen. Aber auch das kann nur eine erste Recherche sein, da uns selbst einige “schwarze Schafe” bekannt sind. Die KfW stellt einige Anforderungen an die Qualifikation des Beraters, der in die Beraterbörse der KfW aufgenommen werden will. Sie übernimmt aber keine laufende Qualitätssicherung.

Es kann auch sinnvoll sein, bei den in jedem Bundesland ansässigen Landesförderbanken nach einem Programm für die Beratungsförderung zu fragen. In der Regel bekommt man keine Beraterempfehlung, aber vielleicht einen Hinweis, welche Kriterien die Berater erfüllen müssen, um förderfähig zu sein.

Fragen kostet nichts.

Jeder Existenzgründer will den Prozess der Existenzgründung im Idealfall in Zukunft nur einmal durchlaufen. Also suche Dir Deinen Gründungscoach mit Sorgfalt und Ruhe aus. Existenzgründungsberater, die Dich vorschnell zu einem Vertragsabschluss drängen wollen und mit einem Marketing á la “Nur heute 20% Rabatt” agieren, solltest Du lieber als Existenzgründer meiden.

Seriöse Existenzgründungsberater bieten Dir ein kostenfreies Erstgespräch. Diese kostenlose Ersteinschätzung sollte Dir einen Eindruck über Kompetenz und Seriösität des Beraters vermitteln.

Gründercoaching oder Gründerberatung

Die Grenzen zwischen Gründercoaching und Gründerberatung sind fließend.

Beim Gründercoaching kommt es darauf an, dass Du bei den richtigen Fragen, Deine Antworten findest. Das ist vor allem bei der Verfeinerung Deiner Geschäftsidee und der Entwicklung Deines Geschäftsmodells wichtig. Hier geben wir Anregungen und Hinweise, aber Du musst Dich mit Deiner Idee und dem daraus abgeleiteten Geschäftsmodell wohl fühlen.

Bei anderen Bereichen wechseln wir eher in die Beratung. Du willst zum Beispiel wissen, wer Deine Wettbewerber sind und was Dich von Ihnen unterscheidet. Hier haben wir über die Jahre Methoden und Routinen entwickelt und bedienen uns nicht frei zugänglicher Portale, um hier schnell zum Ergebnis zu kommen.

Wir sind der Meinung, dass sich gute Existenzgründungsberatung aus einem Werkzeugkoffer von Modellen und Methoden bedienen muss, und individuell und situationsbedingt entscheidet, für wen in welcher Situation jetzt welches Beratungswerkzeug benötigt wird.

Existenzgründerberater und Fördermittel

Zunächst möchte ich sagen, dass Existenzgründerberatung allein schon den Mehrwert generieren sollte, dass Sie durch kürzere Anlaufzeiten des Unternehmens mehrfach bezahlt ist.

Dennoch gibt es verschiede Möglichkeiten der Förderung, in denen der Gründerberater ebenfalls Kenntnis haben sollte und für die verschiedenen Programme auch akkreditiert ist.

Gründungszuschuss und Einstiegsgeld

Gründest Du Dein Unternehmen aus der Arbeitslosigkeit, hast Du unter Umständen die Möglichkeit, Dir die Übergangszeit bzw. die ersten Monate Deiner Existenzgründung mit Gründungszuschuss oder Einstiegsgeld fördern zu lassen.

Dein Konzept wird von einer fachkundigen Stelle geprüft und die Tragfähigkeit auf Basis der Unterlagen bestätigt. Wir können bundesweit als fachkundige Stelle die Unterlagen für die Agentur für Arbeit prüfen. Nach Einsendung aller Unterlagen inklusive der Tragfähigkeitsbescheinigung prüft die Agentur für Arbeit jeden Einzelfall und erstellt dann eine Zusage oder Absage zum Gründungszuschuss / Einstiegsgeld.

Zuschuss zu den Beratungskosten

In vielen Bundesländern gibt es einen Zuschuss zu den bei der Existenzgründungberatung anfallenden Beratungskosten. So fördert zum Beispiel die bayrische Gründerberatung mit einem Zuschuss von 70%. In anderen Bundesländern liegt der Beratungskostenzuschuss bei 50%.

Der Antrag für den Zuschuss zur Existenzgründungsberatung muss immer vorher an die entsprechende Zuschussstelle gestellt werden.

Für das Gründercoaching in der Nachgründungsphase gibt es auch bundeseinheitliche Beratungsförderung durch die BAFA.